Aloa
Nachdem bei der Einreisekontrolle in Hawaii neben meinen saemtlichen Fingerabdruecken noch meine DNA, Bluttests, Lieblingsfarbe, sexuelle Ausrichtung und verwaendete Haarpflegeprodukte ermittelt wurden durfte ich dann einreisen. Honolulu ist so wie man es sich vorstellt: haesslich. Alles voller Hochhaeser und Hotels. Gut, dass ich am Montag auf die “Big Island” geflogen bin, denn dort sind die Vulkane, mein eigentliches Ziel hier. Der Flughafen liegt mitten in einem ehemaligen Lavafeld. Die ganze Westkueste ist voller schwarzem Lavagestein.. Gen Norden wird es dann gruener und waldiger. Zum Fortkommen musste ich mir ein Auto mieten natuerlich. Zum ersten Mal ein Land in dem mam auf der richtigen Strassenseite faehrt, obwohl ich mich schon umgewoehnen musste. Die Karre ist bloederweise ein Chevi, was Teil von GM ist. Ich kann verstehen wieso die Pleite sind. Jetzt mach ich mich dann nach einem McDonalds Fruehstueck uf zum Vulkan. Bis denn.
36 Stunden Erkaeltung
Die Westerland machte doch gleich einen deutlich besseren Eindruck. Gut, sie kam zwei Stunden zu spaet, aber das ist eben Fiji. Und mit den guten Deutschen Rettungswesten Modell “Seepilz” fuehlt man sich doch gleich sicherer. Nach den Ankunftauf der Hauptinsel gleich wieder in den Bus gesetzt, um die Kueste runterzufahren. Dafuer musste ich gigantische 90Cent latzen. Ich dachte erst ich heatte den Typen falsch verstanden und er wollte eigentlich 9 Dollar haben, aber es waren echt nur 90 Cent. Dann ging es mit nem Touri Schnellboot auf die Mamanucas-Inseln. Das ist das typische Touristen-Fiji. Ein Haufen winziger bis kleine Inseln umgeben von weissem Strand und Korallen. Ich habe mir BeachcomberIsland ausgesucht, die Partyinsel Fiji's. Die ist so klein,da passt genau ein Resort drauf. Geschlafen wird in einem 85-Bett-Schlafsaal. Am ersten Tage war das Wetter noch ertraeglich, zwar Wolken, aber ich finde das eigentlich nur gut. Am Morgen des zweiten Tages merkte ich dann,wie ich Kopf- und Rueckenschmerzen bekam, die den Tag ueber schlimmer wurden. Nachdem ich dann vom Schnorcheln wiederkam war das dann so heftig,dass ich mich mit ner Ibuprofen ins Bett gelegt habe. Zum Glueck war das Wetter dann auch scheisse. Immer wieder tropische Niederschlaege, ist naemlich gerade Regenzeit. Die beiden restlichen Tage aenderte sich daran auch nichts,weder am Wetter noch an meinem Zustand. Am Tag meiner Abreise ging's dann etwas besser, aber immernoch nicht voellig erholt. Das Taxi was mich zum Flughafen gebracht hatte war ein echtes Unikat. Das war innen so im Arsch, das ich mir nicht erklaeren kann wie das noch faehrt. Wahrscheinlich nur noch aus Gewohnheit. Da fehlten Griffe, Knoepfe, Verkleidungen, Instrumente, Anschnaller. Im Flieger hatte ich dann nen guten Sitz, konnte aber nur begrenzt schlafen was teilweise an meiner Erkaeltung lag.
Dann war nich wieder in den USA.
nix Tauchen
Da ihr dies hier lest habe ich die Fahrt auf dem Frachter des Todes ueberlebt. Danach bin ich zu einem Campinglatz direkt am Strand gefahren und habe da mein Zelt fuer zwei Naechte aufgeschlagen. Die Gegend ist endlos verlassen und man kann einfach nichts anderes machen ausser Schwimmen, Lesen oder Tauchen. Fuer Letzteres war ich ja eigentlich dahin gekommen. Auf dem Campingplatz war ein deutsches Paaerchen, Sie gerade mit der Schule fertig, Er Wartungstehniker fuer CNC Fraesen, nett aber nicht wirklich meine Wellenlaenge. Ausserdem “wohnten” da noch eine australische Familie, Mann Frau und zwei Kinder (10 und 11). Und die wohnten da schon seit 11 Monaten. Am Zipfel der Welt. Mir soll das ja egal sein was die Erwachsenen sich bei sowas denken, aber ich nehme meine Kinder doch nicht fuer ein Jahr mit auf so eine Insel. Da haben die Null Kontakt zu Gleichaltrigen. Unterrichtet werden die vom Vater, Materialen kommen mit der Post vom australischen Fernunterrichtsinstitut. Ich find das den Knaller. Und es wird noch besser. Nach Weihnachten wollen die dann fuer ein Jahr nach Bali ziehen. Wenn das genuso laeuft muss es bei den Kinder ja zu Inzuchtsverhalten kommn, so ganz ohne Gleichaltrige.
Ich hab die ganze Zeit mit Lesen verbracht und damit meine Fuesse ins Wasser zu halten. Und mir einen Bart wachsen zu lassen, denn die sanitaeren Einrichtungen beschraenken sich auf ein Klo und eine Brause, kein Waschbecken, von dem Spiegel darf man gar nicht erst traeumen. Nach einem Gespraech mit dem Langzeitcamper hab ich mich dann auch gegen's Tauchen entschieden. Erstens ist das hier um einiges teurer als anderswo, zweitens hab ich inzwischen ja auch schon 19 Tauchgaenge und drittens hat mir der Aussie so einige Horrorgeschichten erzaehlt. Der Tauchladen mit dem ich vorhatte z tauchen gehoerte Schweizern. Ich vertaue bei sowas doch schon auf europaeische Gruendlichkeit. Betonung liegt aber auf gehoertE, denn die gibt's nicht mehr. Die beiden anderen Operator werden von Fijis gefuehrt. Und da kommt es dann doch schonmal zu Zwischenfaellen. Bei einem Laden ist zweimal einer dem anderen auf den Kopf gesprungen und der Schaedel aufgeplatz, innerhalb eines haben Jahres. Beim anderen Operator wurde ein Taucher “vergessen” und musste 11 (!) Stunden zurueck zur Insel schwimmen, in der Dunkelheit. Das war ein Drift-Dive gewesen und der Kerl hatte seine Grupper verloren. Und das war auch noch sein erster Tauchgang ueberhaupt. Da bleibt mir die Spucke weg. Also lieber nichts mit Tauchen.
Abgehauen bin ich dann heute morgen, mit einer keinen Faehre rueber zur Nachbarinsel. Von da dann in einem Vorkriegsbus ohne Fenster (wozu auch, man will ja ne Brise) ging es dann ueber Schotterstrasse nach Savusavu, an der Suedkueste. Da hab ich mir dann mal richtigen Luxus gegoennt und 36F$ (18 EUR) fuer ein Bett in nem Dorm bezahlt. Und bis jetzt bin ich sogar allein im Zimmmer. Und das ist eich echtes Hotelzimmer mit Kuehlschrank, Balkon und Badezimmer. In dem hab ich mir dann erstmal den Staub der Busfahrt aus dem Gesicht gewaschen. Und nachdem ich in den Hoteleigenen Pool gesprungen bin werde ich mir auch den Bart abrasieren.
Morgen werde ich dann wieder ein Faehre auf die Hauptinsel besteigen. Mal sehen in was fuer einem Zustand der Kahn so ist. Als ich mir eben mein Ticket gekauft habe wurde mir gesagt das Schiff kaeme aus Deustchland. Da ich hier sprachlich ja voll im Englisch-Flow bin hat es bis zum Verlassen des Ticketbueros gedauert bis bei mir der Groschen gefallen ist, denn das Schiff heisst “Westerland”.
Auf dem Rueckweg hab ich mir im oertlichen Markt noch ne Ananas gekauft. Und da ist mir dann aufgefallen wieviel angenehmer das Reisen hier ist als in Bali. Waehrend sie dort auf dich zustuermen, um dir was zu verkaufen muss man hier die Standbesitzerin erst von ihrem Nickerchen wecken. Und auch dann sind die Unterschhiede noch nicht abgearbeitet. Kleine Ananas kostet 2F$, eine grosse 4F$. Ich nehme mir eine kleine, weil ich nicht spontan ne ganze grosse Ananas aufgegessen bekomme. Wieso ich denn nur ne kleine wollte? Ich solle doch die hier nehmen, die sei doch viel groesser. Naja, meinetwegen, soll ja keiner behaupten ich unterstuetze die lokale Wirtschaft nicht. Und etwas reifer war die auch. Also gut. Sie wollte aber trotzdem nur 2F$ haben, obwohl die groessenmaessig von einer “grossen” Ananas nicht zu unterscheiden war. Nett die Fijis. Hatte hier auch noch nie die Situation wo man mir Schrott erzaeht hat. Nicht so wie in Bali: Da willst du hin? Oh, das ist schwierig, da gibt's nur “special transport”. Ist hier anders.Hier bekommt man eine ehrliche, hilfreiche Antwort. Bus nach Daundda faehrt dann von dort. Kannst aber auch soundso dahin kommen. Danke.
Seefahrt
Ich versuche gerade die letzen Stunden vor meiner Abfahrt von Suva nach Taveuni totzuschlagen. Und wenn ich mir das Schiff so anschaue koennen das auch gut meine letzten Stunden sein. Das Schiff ist zwar riesig mit zwei Autodecks, allerdings ist das Ding nach dem Aussehen zu urteilen etwa aus den 50ern. Und dann auch noch aus Griechenland. Zumindest lassen das die Zeichen an Bord vermuten, auf denen grichische Schriftzeichen zu sehen sind. Auch die Steckdosen sind europaeisch. Na super. Kann man nur hoffen, dass das Schiff urspruenglich aus der Meyerwerft Papenburg kommt. Dann hab ich noch etwas Hoffnung. Und falls ich ertrinke bekommt ihr diese Meldung ja auch gar nicht zu lesen. Ansonsten hab ich heute eine kleine Strassenparade gesehen. Denn Fiji ist Weltmeister im Rugby der Polizei. Gratuliere. So, werde jetzt erstmal ne Schwimmweste suchen.
Fiji
Ich bin heute in Fiji angekommen und hab mich auch gleich in einenn Bus Richtung Hauptstadt gesetzt. Denn von da aus will ich mit dem Boot zu einer Insel, wo es angeblich die beste Tauchstelle des Landes gibt. Und meine ersten Eindruecke? Das Land wirkt zweigeteilt, denn es gibt hier zum Einen die urspruengliche Bewohnergruppe der “pacific islanders” (alle uebrigens sehr kraeftig gebaut) und zum Anderen die Inder. Laut Gesetz duerfen sich auch die hier geborenen Fijianer indischer Abstammung nicht als Fijianer bezeichnen, sehr komisch. Ansonsten wird einem sofort wieder klar, das man sich in einem Entwicklungsland befindet. Und ganz ehrlich, ich fuehl mich gerade nicht nach Entwicklungsland. Auch wenn hier alle (ein komisches) Englisch sprechen und man einem auf der Strasse nicht die ganze Zeit was verkaufen will will ich eigentlich gar nicht hier sein, zumindest im Moment nicht. Das Hostel wo ich gerade untergekommen bin ist so lala. Es gibt zwar Fernseher und Kuehlschrank im Zimmer, aber ob die Bettwaesche sauber ist weiss man trotzdem nicht. Klar hatte man solche Situationen schon haeufiger im Laufe der Reise, aber inzwischen will ich halt sowas nicht mehr.
Am besten ist wohl ich niste mich in einem Inselresort ein, schoen abgeschottet vom wahren Land und brate in der Sonne. Das ist dann zwar nicht so wie man sich einen Kultururlaub vorstellt, aber nach mehr fuehle ich mich gerade nicht. Bloed nur, dass sowas leider einen Haufen Geld kostet. Naja, schauen wir mal was die Zukunft bringt.
Ciao Tasmanien
Heute verlasse ich die Insel Richtung Melbourne, meinem letzten Stopp in Australien. Mein Flieger geht aber erst am Abend. Werde die Zeit bis dahin noch in einem anderen National Park verbringen, habe ja noch einige Kilometer bei meinem Mietwagen frei. In Melbourne bleibe ich bis zum 19ten, dann geht's nach Fiji, fuer 10 Tage.
Tasmanien hat mir echt gut gefallen, was auch daran legen kann, dass es quasi wie zuhause ist, zumindest was das Klima angeht. Endlich schwitze ich mal nicht die ganze Zeit. Im Moment regnet es, wie daheim eben.Wird wohl langsam mal Zeit, dass ich nach Hause komme.
The Walls
Bevor es zu den Walls of Jerusalem ging noch einen Kurzabstecher in den Cradle Mountain National Park gemacht, einer der meistbesuchetn hier auf der Insel. War aber wenig interessant wenn man nicht das Hinterland erkundet. Danach ins Auto gesetzt und zum Walls of Jerusalem National Park gefahren, oder besser gesagt in die Naehe gefahren. Denn der Park hat keinen Strassenzugang. Wer dahin will muss reinwandern, und zwar bergauf. Der Hauptteil des Parks ist Hochebene umrahmt von Bergen. Der Weg hoch war schon anstrenngend, vorallem mit dem ganzen Gepaeck. Auf dem Rueckweg hab ich mich gefragt wie ich das eigentliich in der Kuerze der Zeit da hoch geschafft habe. Lag wahrscheinlich daran, dass ich in der Hochebene ankommen wollte bevor es dunkel wird. Bin ich auch. Die Landschaft da oben ist recht feucht, der Boden von Gras oder kleinen Bueschen bewachsen. Der Boden ist so vollgesogen, dass man denkt man tritt in eine Pfuetze. Der “Eingang” zur Hochebene wird von “Herodes Gate” markiert, einem Pass zwischen zwei Bergen. Kurz davor gibt es sogar einen Campingplatz mit Holzplateaus zum drauf zelten und Klo. War mir aber nicht wild genug, bin also weitergewandert.Mein Zelt hab ich dann unter ein paar Baeumen aufgeschlagen. Einen ordentlichen Fluss gab es da oben leider nicht, sondern alles nur so duenne Rinnsaale mit Kangoroo-Koetteln drin. Nicht wirklich was was ich trinken will. Mein mitgebrachtes Trinkwasser war nach dem Abendessen dann verbraucht, sodass ich beschloss die naechste Nacht doch auf dem Campingplatz zu verbringen, denn da gab's Container mir Regenwasser. Bei meiner Essenzubereitung bekam ich uebrigens Besuch, von einem brush-tailed Possum. Da es zu der Zeit schon dunkel war hab ich das erst bemerkt, als es quasi hinter mir stand. Ich hatte beim Kochen etwas Nudelsosse vergossen, die wollte das Possum haben. Dabei war das echt hartnaeckig. Jedesmal wenn ich es verjagt hatte dauerte es maximal ne Minute bis es es wieder versuchte und kam dabei bis auf einen Meter an mich ran. Echt dreist.
Am naechsten Morgen bin ich dann erstmal umgezogen, auf den Campingplatz und hab mir Fruehstueck gemacht. Da ich die ganzen Reisnudeln satt habe hatte ich mir Oatmeal mitgenommen. Wird in Deutsch wohl als Haferschleim bezeichnet. Ist auch nicht sonderlich prickelnd. Nicht der Konsistenz wegen, sondern weil es so fade schmeckt.Auch naehrwertmaessig kein Wunderprodukt. Egal. Ziel des Tages war die Besteigung von Mount Jerusalem. Stellte sich als sehr viel einfacher heraus als gedacht. Und die Sonne schien auch noch. Trotzdem schmerzten die Fuesse und Schenkel, ich hatte ja nun schon einige Kilometer in den Knochen und schlafen im Zelt ist auch nicht so erholsam wie man es gerne haette. Auf dem Rueckweg ins Camp noch ein kleines Sonnenbad eingelegt und im Camp dann erstmal entspannt, bei lecker Chili aus der Dose. Leider war es dann bald vorbei mit meiner Einsamkeit, denn es kam eine ganze Schulklasse am Campingplatz an, 14 Leute.
An Tag drei war dann Abstieg zureuck zum Auto angesagt, teilweise abseits der (spaerlichen) Wanderwege. Nach vier Naechten im Zelt, ohne ordentliche sanitaere Anlagen oder saubere Klamotten war die Vorfreude auf ein echtes Bett gross. Absteigen wollte ich in Launceston, der zweitgroessten Stadt der Insel, mit ganzen 98000 Einwohnern. Naja, auf der gesamten Insel wohnen ja auch nur 400000. Meine erste Hostelwahl (aus dem Reisefuehrer) war ausgebucht, weil eine Schulklasse etwa das halbe Hostel belegte. Untergekommen bin ich dann ich einem ziemlich schlechten Hostel, auch noch mit Kneipe unten drin. Wegen der Livemusik am Freitag Abend war da an Nachtruhe nicht zu denken.
Mount Field
Tasmanien, das gelobte (Outdoor-)Land. Nachdem ich festgestellt habe, dass man ohne eigenes Auto keine Chance hat sich die wilde Natur Tasmaniens zu erschliessen hab ich mir kurzentschlossen ein Auto gemietet. Das Fahren auf der linken Seite ist eigentlich gar kein so grosses Problem, wobei der Verkehr hier auf der Insel aber auch eher gemuetlich ist.
Mein erstes Ziel war der Mount Field National Park Zuerst war ein gemuetlicher, einstuendiger Spaziergang durch den Wald angesetzt. Und das ist hier dann schon eine ganz andere Kathegorie Wald. Viel dichter, ueberall liegen noch die Ueberreste vergangener Baumgenerationen. Nicht so klinisch unterholzfrei wie unser heimischerWald. Danach ging es denn ans Eingemachte. Erst noch mit dem Auto 16km weiter in den Park rein, ins Gebierge. Da wurde es dann auch ordentlich kalt und die Landschaft veraenderte sich. Mit meiner kompletten Campingausruestung bewaffnet ging es dann los. Ich hatte mir extra einen etwas abgelegeneren Pfad ausgesucht, gewagt wie sich herausstellte. Der Weg fuehrte zu einem kleinen See und war zu dem Zeitpunkt auch noch klar zu erkennen. Auf dem Weg zum See bin ich fast auf eine Schlange getreten, es hat nur ein Schritt gefehlt. Das Vieh lag zusammengerollt am Wegesrand. Erst hatte es mich gar nicht bemerkt, richtete dann aber seinen Kopf nach mir. Als ich versuchte einen Bogen um sie herum zu machen verschwand sie dannn auch brav. Das haette mir noch gefehlt, einen Schritt entfernt vom Schlangenbiss, denn der Infotext auf der Rueckseite meiner Wanderkarte sagt zum Thema Schlangen: “All of the three species of snakes in Tasmania are venomous [...]. Most bytes occur when [...] they are accidentally stepped on.” Puh, gerade noch so ueberlebt. Der See selbst war unspektakulaer und ich wollte weiter. Allerdings war der Weg nicht mehr zu finden. Als ich meine Wanerkarte mit dem offiziellen Infoblaettchen des Parks verglich stellte ich dann fest, dass der Weg weg vom See in der offiziellen Broschuere gar nicht auftaucht. Na egal, bin ja hier fuers Outdoorerlebnis hier. Ich also rein ins Dickicht, nur meine Karte, ein Kompass und ich. Das war ein Kampf. Um einen herum nur gruen, ich bin ueberrascht, dass meine Jacke und Rucksack noch heil sind, bedenkt man an wieviel Bueschen und Aesten ich haengengeblieben bin. Irgendwann kam ich dann an dem von mir angepeilten Wanderweg heraus und es konnte in zuegigem Wandertempo weitergehen. Ich hatte naemich noch einige Strecke abzuarbeiten bis zu meinem Zeltplatz und es daemmerte bereits. Der Urwaldumweg hatte viel Zeit und Kraft gekostet. Der Weg war stellenweise als Bach zu bezeichnen und stellenweise einfach nur nicht zu erkennen, aber ich wusste ja wo ich hinwollte.Gezeltet wurde dann an einem Bach, eigentlich verboten aber kontrolliert ja eh keiner. Nach den ueblichen “nur Wasser hinzufuegen”-Nudeln ab ins Bett. Nachts regnete es dann, nachdem es den ganzen Tag zuvor bewoelkt und duester war. Bergland eben. Nach dem ueblichen asiatischen “nur Wasser hinzufuegen”-Reisnudeln wurde das nasse Zelt eingepackt und es ging wieder los, aufwaerts. Zu einer Seenplatte. Landschaftlich reizvoll, wenn auch vom Wetter her “erfrischend”, mit Wechseln von Regen zu Wind. Auch etwas Schnee lag noch. Nach diversen Stunden und nasser Jacke kam ich dann wieder am Auto an un fuhr runter ins Tal, wobei das Wetter immer besser wurde je tiefer man kam. Am Infocenter war dann strahlender Sonnenschein. Also erstmal das Zelt, Jacke und den Rucksack in der Sonne getrocknet waehrend ich mich im Klo rasiert habe. Fastzinierend wie schnell dieses Kunststoffzeugs trocknet. Allerings war es da schon 4 Uhr nachmittags, ich am A*** der Welt und hatte keine Unterkunft fuer die Nacht. Laut Karte gibt es ein Naturschutzgebiet auf halber Strecke zu meinem naechsten Ziel, dem Cradle Mountain National Park. Also rein in die Karre und los geht's. Was ich nicht wusste war, dass das Naturschutzgebiet im zentralen Hochland liegt. Wusste nichtmal, dass die hier zentrales Hochland haben. Waehrend sich also die (Schotter-)Strasse langsam nach oben schlaengelte und die Sonne tiefer sank wandelte sich die Landschaft um einen herum von huegeligem Wiesenland (so muss Irland mit Huegeln aussehen) in ein Buschland. Auch die tierische Beriebsamkeit am Strassenrand nahm rasant zu. Ploetzlich waren ueberall Kangoroos und sogar einen Wombat habe ich gesehen, alles vom Auto aus. Hatte ich bis jetzt auf meiner Australienreise vielleicht 4 Begegnungen mit Roos in Freiheit hatte ich nur auf dieser einen Strasse vielleicht 40 auf einmal. Um ein vielfaches mehr wurde es dann noch als ich in der Dunkelheit die Strasse zu meinem Schlafstaette langfuhr. Das war ein See in der Hochebene dieses Naturschutzgebietes, seeehr abgelegen. Da war soviel Betriebsamkeit von Seiten der einheimischen Beuteltiere, dass ich 30 fahren musste. Einmal haette ich fast einen Wombat umgefahren, die Viecher sind eben was langsamer als die Roos. Wenn man die Massen an Tieren nachts sieht fragt man sich echt wo die denn tagsueber sind. Am See angekommen das Zelt aufgeschlagen und genaechtigt. Draussen hoerte man die Roos ihr Gras kauen und durch die Gegend hoppeln. Das ist doch Natur! Am naechsten Morgen keine Spur mehr von dem Spektakel, nur Roo-Poo (Kangoroo Kot) ueberall. Das war uebrigens die erste Nacht im Zelt in der es nicht geregnet hat, Jubilaeum! Wieder ins Auto und ab zum naechsten Ziel: dem Walls of Jerusalem National Park.
Out(and)back
Die karge Wildnis des Outback hat mich wieder ausgespuckt, nach 2 Tagen und Naechten. Ich wurde nachmittags von meinem Guide abgeholt und eine Stunde durch den Outback gefahren, immer geradeaus. An einer Raststaette mitten im Nichts trafen wir dann auf den Rest meiner Reisegruppe, die sich auf einer 5-Tagestour befanden und gerade vom Ayers Rock wiedergekommen waren. Das war mal eine ganz andere Truppe als was man sonst von der Ostkueste gewoehnt war. Die Gruppe bestand aus einer frnzoesischen Lehrerin (Mitte 30), einer Ausstralierin (31) die in England wohnt und gerade ihre Etern besucht, beide auch mit von der Partie (Ende 50). Dazu kamen dann noch zwei Maedles und ein Kerl in meinem Alter dazu (2 Aerzte, eine Neurpsychologin, auch alles Australier). Gruppentechnisch war das also das totale Kontrastprogramm zu den Sauftouren mit meinen walisischen Bauarbeitern. Das muss aber nicht heissen, dass wir keinen Spass hatten. Unser Guide war schon ein spezieller Charakter, aber sonst wuerde man auch nicht an so einem Platz auf der Erde wohnen wollen. Er hatte lange graue Haare, einen ebenso langen und grauen Bart und trug immer Cowboyhut. Dann duerfen natuerich auch die Lederstiefel nicht fehlen, wobei ein Hosenbein ueber den Schuhen hing und das andere Hosenbein im Stiefen steckte, und das in unveraenderter Weise ueber die ganzen zwei Tage hinweg. Seine Klamotten waren wohl mal weiss gewesen, inzwischen aber eher als cremefarben zu bezeichnen.
Fuer mich bestand der erste Tag quasi nur aus Anreise. Genaechtigt wurde in einer Cattle Station die einem Aborigine gehoert. Geschlafen wurde unter freien Himmel in einem “swag”, keiner Art Leinensack mit Reisverschluss und Matratze drin. Zumindest war das die Theorie, denn auch die Dinger sind nicht fuer 2m-Menschen gebaut. So hab ich dann einfach zwei von denen als Unterlage nebeneinander gelegt und mich mit meinem eigenen Schafsack draufgelegt. Dabei war mir so warm, dass ich nur noch eine Unterhose anhatte und auf meinem Schlafsack lag, nicht in. Doch irgendwann kam dann etwas Regen und wir haben unsere Schlafstaette unter ein Wellblechdach verlegt. Von Insekten, Schlangen o.ae. blieb ich zum Glueck verschont, obwohl man ja praktisch auf dem Boden schlaeft.
Am naechsten Morgen wurden wir dann vom Landbesitzer ueber das Gelaende gefuehrt und haben uns alte Hoehlenmalereien der Aborigines angeschaut. Dabei hat er uns auch von der Geschichte der Einheimischen erzaehlt, wie man Tiere zubereitet, welche Pflanzen fuer was gut sind usw. Der Kerl selbst sah aber gar nicht wie ein Eingeborener aus. Er war teilweise europaeisch und hatte dementsprechend helle Haut und auch eine europaeische Gesichtsform. Ist aber trotzdem so eine Art Kulturbewahrer in seinem Clan. Temperaturmaessig war das schon ein heisser Tag fuer diesen Fruehling, mit 37 Grad im Schatten. Bloed nur, dass es da nirgends Schatten gibt Zur Abkuehlung sind wir dann nachmittags zu einem Wasserloch gefahren und haben drin gebadet. Nachdem wir dann noch im Dunkeln Feuerholz gesucht haben haben wir dann das Nachtlager unter einem groesseren Eucalyptusbaum aufgeschlagen, samt Fledermaeusen, die in der Umgebung auf Insektenjagd waren. Dieser Abend war windig und wurde auch von leichten Schauern begleitet. Bloed, denn diesmal hatten wir kein Dach, unter das wir uns verkriechen konnten. Wir sind dann aber gluecklicherweise in der Nacht trockengeblieben. Geweckt wurde ich von den Fliegen in meinem Gesicht und den vereinzelten Ameisen, die an mir langkrabbelten. Auch hatte sich ein Vogel erdreistet in der Nacht auf meinen Schlafsack zu kacken. Das hat man davon wenn man unter einem Baum schlaeft.
Der Vormittag des letzte Tags wurde mit einer kleinen Wanderung zu einem Wasserloch verbracht. Da konnte man dann alle moeglichen Arten von Kangoroo sehen: von gross und rot, gross und grau, klein und auch tot und halb verwest. Danach wollten wir eigentlich noch mher Natur einwerfen, weil es haber so windig war in der vorigen Nacht war die Schtweite sehr beschraengt (dank Staub in der Luft). Da das eigentliche Ziel aber von seiner Aussicht lebt, haben wir es seingelassen und sind stattdessen nach Hermannsburg gefahren, einer Aborigine-Gemeinde. Wie der Name vermuten laesst haben da die Deutschen ihre Finger im Spiel gehabt, die haben da naemlich eine Mission aufgebaut. Man muss man verzweifelt (und/oder glaeubig) sein, wenn man an diesem Patz des Planeten nach neuen Christen sucht. Die Mission war endlos langweilig, ein Haufen alter Haeuser, wobei ich in Berlin in einem Haus gewohnt hab was aelter war. Voellig nutzlos dieses Ziel. Ausser natuerlich fuer die Ureinwohner, denn die koennen das Geld gut gebrauchen. So eine Community weist schon viele Parallelen zu einem amerikanischen Indianerreservat auf. Ueberall liegt Muell, die Leute fahren in Autos ohne Windschutzscheibe. Im lokalen Supermarkt haengt an der Tiefkuehltruhe mit dem Hundefutter extra ein Schild, dass Hundefutter nicht fuer den Menschen gedacht ist und an der Kasse steht, dass das Bezahlen mit dem Einkommen eines Anderen nur mit dessen schriftlichem Einverstendnis moeglich ist. Dazu ist der gesamt Supermarkt mit dem herben Koerpergeruch vieler ungewaschener Achseln geschwaengert. Aprospos schwanger: Kinder gibts da natuerlich auch in Massen. Die einzigen Weissen sind uebrigens die Angestellten im Supermarkt oder der Baeckerei. Die Arbeit traut man den Ureinwohnern wohl nicht zu. Ueber die Gruende dafuer darf sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Danach ging es dann gen Heimat, zum Glueck ueber asphaltierte Strasse, denn die diversen Offroadkilometer hatten schon Spuren an meinem Hintern und Ruecken hinterlassen. Ich war dann froh wieder im Hostel zu sein, denn auch wenn das Outback ein faszinierender Platz ist, bin ich froh den Staub und die Fliegen loszusein. Abends gab es dann noch ein Abschlussessen in einem Restaurant/Bar.
Am Morgen darauf ging fuer mich die Reise dann weiter nach Sueden Richtung Adelaide, 21 Stunden im Bus. Die Landschaft draussen veraenderte sich kaum, wechselte nur zwischen mehr oder weniger Vegetation. Eine kleine Abwechslung brachte Coober Pedy, eine Stadt beruehmt fuer ihre Opalminen. Die “Stadt” ist umgebeln von tausenden kleiner Sandhaufen, irgendwo muss der Abraum aus den Minen ja hin. Angekommen in Adelaide bin ich dann heute morgen um 7:00 und musste erstmal etwas Zeit totschlagen bis ich mein Zimmer beziehen konnte. Jetzt bin ich totmuede und geh ins Bett.
Alice Springs
Nach nur 45min Flug bin ich in Alice Springs angekommen,, einer 30000 Einwohner Stadt. Ist also ein kleines Nest, mit einer betraechtlichen Anzahl von Ureinwohnern. Zumindest sieht das so aus, denn ueberall haengen die hier in der Fussgaengerzone rum, oder vorm Supermarkt oder sonstwo. Wenn man die so sieht wir einem klar, dass auch in diesem Land die Ureinwohner das Nachsehen gegenueber den Einwanderern haben. Erinnert einen an Geschichten ueber trunksuechtige Indianer und Eskimos. Auch verwunderlich, dass es nicht nur Erwachsene sind, sondern auch Kinder und Jugendliche, und das an einem Werktag um 12 Uhr mittags. Muessten die nicht in der Schule sein? Ansonsten brennt hier die Luft, man ist dankbar fuer jede Wolke. Habe mir aus dem Grund erstmal nen ordentlichen Hut gekauft, mit Rand. Auf den passt dann auch mein Fliegennetz, denn das brauche ich fuer meine 2 Tage Outback Tour die ich heute gebucht habe. Denn wer nach Australien kommt muss auch das Outback erlebt haben. Dabei hab ich sogar noch ne Nacht Wildniscampen dazubekommen. Morgen werden die wenigen Sehenswuerdigkeiten abgeklappert die Alice Springs zu bieten hat, ueberorgen geht's dann los.







